Täuschen, Tarnen und verpissen.

Nur so konnte man beim Bund überleben.

Für 12 Monate war dort mein „zu Hause“.

Hallo aus Uruguay,

dass die 15 Monate Bundeswehr für mich die Hölle waren habe ich ja schon erklärt.

Doch ich fand eine Möglichkeit diese Hölle einigermaßen lebenswert für mich zu machen.

Durch täuschen, tarnen und verpissen.

Täuschen?

Nun man gibt vor etwas zu tun und beschäftigt zu sein. Jeder bekam so seine Aufgaben. Sei es, dass der LKW abgedieselt werden musste, dabei wird der Unterboden die Achsen usw. mit Diesel eingesprüht damit sich der Dreck besser löst. Eine sehr angenehme Arbeit, denn der Dieselsprüh setzte sich nicht nur auf den angesprühten Flächen ab, nein man bekam auch selbst genug davon ab.

Da man aber unter dem LKW stand war man nicht gut sichtbar und konnte so gut vorgeben beschäftigt zu sein, obwohl man eigentlich meist nur dumm rum stand.

Anschließend mussten die Schmiernippel mit frischen Fett versorgt werden. Dabei hatte man ganz andere Nippel im Sinn 🙂 Darauf aber nahm wirklich niemand Rücksicht.

Tarnen?

Meist musste ich am LKW arbeiten und den in Schuss halten. Ich denke ich habe den 10 tonner LKW in den 12 Monaten in denen ich ausharren musste, bestimmt 2 Mal komplett mit der Hand und Pinsel gestrichen.

Besonders schön war es im Sommer, da strich ich am liebsten die Klappen von der Ladefläche, in dem ich mich auf selbige begab und hinter den Klappen lag. Dort konnte mich dann niemand sehen und ich hatte meine Ruhe. Manchmal ließ ich den Pinsel an der Klappe festkleben um ihn dann mit der Hand festzuhalten während man tatsächlich eine Siesta abhielt, also ein Mittagsschläfchen machte. Kam dann wirklich ein Vorgesetzter sah es zumindest so aus als würde man etwas tun.

Marsch mit vollem Gerödel, das Wetter war dabei egal. Am besten man verspisste sich vorher schon.

Verpissen?

Verpissen nannte man, das sich aus dem Staub machen. Einfach nicht in Erscheinung treten. Nicht auffallen und unter dem Radar laufen. Am einfachsten war das wenn man, wie ich schon mal schrieb, morgens in der Krankenstation aufschlug um sich von einer schweren Bronchitis kurieren zu lassen. Als Raucher war es nicht so schwer eine Bronchitis zu simulieren. Raucherhusten kennt schließlich fast jeder Raucher.

Nur so, auf diese Art und Weise wurden diese 15 Monate Hölle ertragbar und man fieberte förmlich der Entlassung entgegen, welche am 31.3.1976 anstand.

Doch trotz allem es gab auch Highlights und erst Recht noch genug Fettnäpfchen für mich in dieser Zeit. Ich habe garantiert keines ausgelassen.

Doch davon dann im nächsten Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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