Silvester 1978

Wer erinnert sich noch?

Große Schneeverwehungen im Winter 79/79

Hallo aus Uruguay,

als frisch werdender Papa war dieses 1978 sehr lebhaft für mich. Ich arbeitete in dem ich weiterhin Container durch die Gegend fuhr. Eine durchaus angenehme Sache, denn außer den Türen gibt es da nichts aufzumachen und das Laden oder abladen wurde vom Versender oder Empfänger durchgeführt. Den Container selbst übernahm ein Kran oder Stapler.

Vielfach haben wir an der Mosel Wein geladen, das war immer eine schöne Tagestour und ab und an gabs auch mal ein Fläschlein Wein als Geschenk mit nach Hause.

Mit zu Hause, also mit meiner Frau, stand ich im direkten Kontakt. Unser Handy damals hieß CB-Funk. Mein Skip, das war der Rufname, war die Nachteule01 und meine Frau nannte sich Amazone. Im Auto hatte ich ein Gerät von DNT und zu Hause eine Zodiac B2012P und auf dem Haus eine 8 Meter hohe Funkantenne. Somit konnten wir uns über relativ weite Entfernungen, wenn etwas war, verständigen. War schon praktisch wenn ich ihr sagen konnte, das ich nun Feierabend machte und in ca. 30 Minuten zu Hause bin. Meist war dann das Essen fertig wenn ich ankam.

Zodia B-2012P – Damals das Maß der Dinge wenn es um CB-Funk zu Hause ging.

Zum Jahresabschluss waren wir bei Ihren Elten im Odenwald eingeladen.

Wir fuhren mit unserm VW 1600 Variant am Samstag den 29. von Mainz aus über Walldürn nach Buchen in den Odenwald um dort für 3 Tage zu bleiben.

Die Hinfahrt im Frühlingshaften Wetter verlief ohne Probleme, schön am Main entlang nach Amorbach und dann nach Walldürn bis Buchen. Dort verbrachten wir bei meinen Schwiegereltern ein schönes verlängertes Knochenende.

Silvester war am Montag, somit musste ich nicht vor Mittwoch wieder arbeiten.

Im TV verfolgten wir die Nachrichten.

Vom Norden her kam eine Kältewelle mit viel Schnee und Eis welche in ganz Norddeutschland zu einem Schneechaos führte bei dem sogar der Notstand ausgerufen wurde. Strommasten knickten um, Autofahrer blieben auf den Autobahnen in Schneewehen stecken und wurden teilweise von der Bundeswehr mit Panzern wieder befreit. Ganze Ortschaften waren abgeschnitten und es ging so gut wie Nichts mehr.

Winter Chaos in Norddeutschland.

Im TV wurde ständig darüber berichtet und wir konnten uns somit darauf einstellen.

Am 31.12 1978, ich denk das vergisst man nie mehr, hatte wir am Silvesterabend noch Plus 7 Grad, zum Jahreswechsel um Mitternach hatte es schon angefangen zu schneien und am Neujahrsmorgen lag die Temperatur bei minus 17 Grad und es lagen ca. 20-30 cm Schnee.

Es war übrigens ein Winter mit sehr viel Kälte und Schnee, der als Jahrhundertwinter in die Geschichte einging.

Nun mussten wir wieder zurück fahren.

Der VW 1600 Variant hatte den Motor hinten und auch der Antrieb erfolgte über die Hinterachse. Es war ein Luftgekühlter Motor bei dem kein Kühlwasser einfrieren konnte. Glücklicher Weise hatte ich vorausschauend Winterstollenreifen aufgezogen. Also Frau und Kind im Bauch rein in die Kiste und ab ging die Post. In Amorbach angekommen war die Route am Main entlang gesperrt und somit blieb mir nicht anderes über als den Weg über die Höhen des Odenwalds zu nehmen und ich fuhr dann Richtung Michelstadt.

Alles war dick zugeschneit, kaum ein Wagen unterwegs und die welche tatsächlich fuhren waren meist entsprechend ausgerüstet sodass es keine Probleme gab. Lediglich die Geschwindigkeit war unterdurchschnittlich. Für die Fahrt von insgesamt ca. 2 Stunden haben wir mehr als das doppelte gebraucht.

Von Michelstadt aus ging es über Reichelsheim dann Richtung Darmstadt und danach war die Autobahn frei und es nur noch ein Klacks bis nach Mainz wo wir dann sicher und gut wieder angekommen sind.

So war der VW 1600 Variant!

Aber ganz ehrlich, in all den Jahren welche ich gefahren bin, solch einen Schnee habe ich niemals mehr wieder erlebt. Der VW war für seine Zeit ein richtig gutes Auto und hat mich keine Sekunde im Stich gelassen. Mit den Stollenreifen lief er im Schnee wie auf Schienen. Lediglich beim Bremsen musste man Natur bedingt aufpassen, denn an den Kreuzungen war der Schnee natürlich vereist und glitschig. ABS und ASR kannte man zu dieser Zeit noch nicht. Das hatte man eben in den Füssen.

1979 lernte ich dann noch wie sich eine LKW Zugmaschine auf vereister Autobahn verhält und meinen ersten Unfall mit einem LKW baute ich auch noch in diesem Jahr.

Doch davon dann im nächsten Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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2 Replies to “Silvester 1978”

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