Mir wurden Hörner aufgesetzt.

Der Preis des Fernverkehrs!

Hallo aus Uruguay,

Fernverkehr bei der Rhenania hieß Sonntags Abends um 22 Uhr los und Freitags Abends oder gar Samstag erst wieder zu Hause und das nur innerhalb Deutschlands.

Woran lag das nur?

Nun ja, jede Spedition hat einen Disponenten.

Das sind die welche die Ladung besorgen, die Touren einteilen, für die Rücklandung sorgen, also der erste Kontakt für den Fahrer wenn es um die Fahrten geht.

Ein Disponent wacht über seine Flotte.

Dieser Disponent entscheidet also wann und wie Du zu Hause bist.

Nun hat mein damaliger Disponent es irgendwie geschafft, vielleicht sogar durch mich selbst, ich weiß es nicht mehr, meine Frau kennen zu lernen.

Sie war eine hübsche Frau, selbst mit 3 Kindern, 2 hatte sie ja in unsere Ehe mit eingebracht. Sie war jung, Anfang 30 und ich will es mal ehrlich sagen, sie war auch recht geil und aufgeschlossen. So kam es natürlich, dass sie immer, wenn ich nicht zu Hause war, mit offener Wunde alleine weilen musste.

Mit der Treue hat sie es anscheinend auch nicht so ernst genommen, jedenfalls, jeder wusste es, die Spatzen pfiffen es von den Dächern, nur ich armer Wicht war absolut ahnungslos.

Mein Disponent jagte mich queer durch Deutschland und wusste somit immer wann meine Frau eine sturmfreie Bude hatte.

Doch sie hatte nicht mit mir gerechnet.

Ich bin auch heute noch dafür bekannt, dass ich auch mal Dinge mache mit denen absolut nicht zu rechnen ist.

So kam es, dass ich einfach mal meine Lenkzeit überschritt, einen Umweg fuhr um ausserplanmäßig nach Hause zu kommen damit ich meine Frau überraschen konnte.

Diese Überraschung war mir dann auch gründlichst gelungen.

Als ich die Eingangstür zu unserem Häuschen aufsperrte und rein ging, wunderte ich mich, dass die Tür zum Wohn und Esszimmer geschlossen war. Natürlich hatte ich nichts besseres zu tun als ohne anzuklopfen, hallo es war je schließlich auch mein Haus, die Tür zu öffnen um zu sehen warum diese geschlossen war.

Da wo das x ist, das war auch Mal meines.

Tja und was soll ich sagen? Da lag doch meine Frau und mein Herr Disponent bei Kerzenschein so schön romantisch auf einer Matratze. Nackt natürlich! Sie waren sichtlich überrascht, das ich so urplötzlich in der Tür stand obwohl sie ja eigentlich mein hereinkommen hätten hören müssen. Im Eifer des horizontalen Gefechts schien das aber untergegangen zu sein.

So erwischte ich sie in flagranti.

Wer jetzt denkt, ich hätte diesen Disponenten zusammen geschlagen oder sonst irgend einen Krawall veranstaltet, weil er mir Hörner aufgesetzt hatte, der irrt.

Ich sah mir die Beiden verdutzen an, innerlich kochte ich, dennoch behielt ich die Fassung und meinte nur ganz trocken: „Bin jetzt auch zu Hause und wir reden morgen“.

Dann bin ich hoch in den ersten Stock, ins Bad und dann ins Bett wo ich eine unruhige Nacht verbrachte.

Am nächsten Morgen gab es dann eine gewisse Aussprache mit meiner Nochehefrau bei der die Scheidung abgesprochen wurde. Sie zog mit samt all ihrer Kinder am nächsten Tag zu meinem nun ehemaligen Disponenten, denn in dieser Firma blieb ich natürlich keinen Tag länger als nötig.

Das war ein kurze Ehe. Nur 4 Jahre und die Leidtragende war meine Tochter.

Nun wir sprachen uns ab, das Haus wurde verkauft um die Hypothek abzulösen, meine Mutter auszuzahlen, welche ja was dazu gegeben hatte, die Ex bekam einen Batzen unter der Prämisse, dass sie auf Unterhalt verzichtete. Lediglich für meine Tochter war ich natürlich bereit Unterhalt zu zahlen.

Ich fand einen neuen Job in dem ich dann noch mehr unterwegs war als vorher. Denn ich fing an internationalen Fernverkehr zu fahren.

Leider gibt es den 1632 auch nur noch als Model.

Die Firma Mainsped in Rüsselsheim hatte mich genommen und ich durfte 1981 das erste Mal ins Ausland fahren. Erst einmal als Beifahrer natürlich, denn man wollte ja sehen ob ich geeignet bin oder nicht.

Doch davon dann im nächsten Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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