Meine Bundeswehr Highlights.

Ja auch die gab es.

Ein Rundflug mit so einer Maschine.

Hallo aus Uruguay,

auch wenn diese 15 Monate mehr oder weniger die Hölle für mich waren, gab es natürlich auch ein paar Highlights über die ich nun berichten werde.

Von der Fahrschule und dem Führerschein einmal abgesehen, war das wohl größte Ereignis für mich als in unserer Kaserne 2 CH 53 Hubschrauber landeten und wir dazu eingeladen, nein aufgefordert wurden, dort für einen Rundflug einzusteigen. Dieser wohl erste Flug überhaupt in meinem Leben führte über die Saarschleife in die Saarschleife wobei der Hubi genau der Saar entlang flog. Das größte Highlight war als der Pilot die Maschine, ohne Vorwarnung, hat sacken lassen. Das Gefühl als der Magen im Kopf war, unbeschreiblich.

Kurvenflug durch diese Schleife, die Einen musste sich abstützen die Anderen festhalten.

Bereitgelegte Kotzbeutel wurden von Anderen gerne angenommen und befüllt.

Ich hatte allerdings nicht das Bedürfnis dazu. Dies zeigte mir dann, das ich in meinem späteren Leben wohl auch die größten Achterbahnen besteigen konnte, was ich gerne tat.

Ein weiteres Highlight war eine Fahrt in der Kolonne vom Saarland bis nach Wildflecken in der Rhön wo wir für ca. eine Woche ins Winterbiwak gingen.

Die Rhön ist eigentlich landschaftlich wunderschön, gestört hat nur das ganze Militär welches dort auch heute noch reichlich vorhanden ist.

Wildflecken ein großer Truppenübungsplatz an dem auch scharf geschossen wird.

Die Fahrt dahin, im gefühlten Schneckentempo, gestaltete sich als sehr langwierig. Die paar Kilometer, so sehe ich das heute, zogen sich wie Kaugummi, denn wir mussten immer wieder sehen, das die Kolonne zusammen blieb.

Das Biwak selbst, na ja es war ein interessante Erfahrung, war für mich persönlich nicht zur Wiederholung geeignet. Zu kalt, zu nass und was wir dort alles tun mussten, nein danke. Nicht mein Ding.

Na einer Woche oder waren es 10 Tage, ist ja auch egal, ging es dann wieder zurück. Nochmals Kolonne, nein dazu hatte ich keine Lust. Da musste was passieren. Und ich fummelte mir etwas zusammen.

So ähnlich fuhren auch wir damals und immer mit Licht.

Ein Vorschrift besagt, dass ein Fahrzeug welches in einer Kolonne fährt unbedingt das Licht anhaben muss.

Also habe ich an meinem LKW, durch die vielen Wartungsarbeiten kannte ich den natürlich wie meine Hosentasche, ein Kabel welches zu den Fahrscheinwerfern , so heißen die tatsächlich, führten kurzerhand aus den Lüsterklemmen mit denen sie verbunden waren, so gelöst, dass sie eben keinen Kontakt mehr bekamen und das Licht nicht mehr anging wobei das Kabel immer noch in der Lüsterklemme steckte. Man sah also nicht auf den ersten Blick, den eine Mechaniker natürlich vornahm, was da los war.

Und die Rechnung ging auf.

Es war keine Zeit mehr dazu den Fehler zu suchen und wir bekamen einen Marschbefehl nur für uns alleine mit der Auflage bei Dunkelheit sofort einen geeigneten Parkplatz anzufahren und dort zu übernachten.

Boh welch eine Verantwortung.

Nun zeigte sich, das meine Orientierung und meine Geografie Kenntnisse sehr gut waren und ich mich somit sehr gut zurecht fand. Der Weg war also kein Problem für mich. Alles war Autobahn – Würzburg, Frankfurt, Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken und dann nach Merzig sehr gut ausgeschildert. Ein verfahren für mich unmöglich.

Licht hatten wir bis zur Raststätte Waldmohr an welcher wir schon im Halbdunkel ankamen. Dort konnten wir etwas zum Essen und trinken kaufen, hatten ein Bad und Toilette, um uns dann im LKW zur Ruhe zu begeben. Auf den Sitzen zu schlafen ist zwar nicht angenehm aber es geht.

Hier wurde es dunkel und wir mussten zwischen LKW’s übernachten.

Irgendwann in der Nacht weckte uns der Kompaniechef.

Die Kolonne war nun auch schon angekommen. Er war froh uns zu sehen und bot uns an in die Kaserne mitzufahren. Dies lehnten wir kategorisch, mit dem Hinweis, dass der LKW ja nicht abgeschlossen werden kann und somit eventuell in Gefahr wäre, ab. Er akzeptierte und gab uns den Befehl nach Tagesanbruch selbständig zur Kaserne zu fahren.
Wir nahmen freudig an.

Am nächsten Morgen tranken wir einen Kaffee und fuhren gemütlich zur Kaserne zurück, wo wir wohlbehalten ankamen.

Dass es hinterher eine, ja meine einzige Belobigung überhaupt, gab war ein Nebeneffekt mit dem ich niemals gerechnet hätte.

Die Beleuchtung habe ich dann selbst wieder hergestellt, bevor jemand Anderes meiner Sabotage auf die Schliche gekommen wäre.

Ja auch das war Täuschen, Tarnen und Verpissen 🙂

Natürlich gab es auch noch andere schöne Momente. Es war nicht Alles nur schlimm und ich könnte bestimmt noch einige Storys erzählen, diese aber waren nicht so spektakulär wie diese Beiden von denen ich eben berichtete.

Im nächste Artikel werde ich noch von ein paar Fettnäpfchen erzählen in die ich jedesmal bereitwillig hinein getreten bin bevor ich dieses Kapitel der Bundeswehr endgültig abschließe.

Ich wünsche Euch Allen noch einen schönen Tag. Möge er der Beste Eures Lebens werden. 🙂

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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