Mein wertvollster Transport.

4,2 Millionen Deutscher Mark wert.

silebr

672 Barren reines Silber.

Hallo, aus Uruguay,

es war wohl im Jahr 1989 als ich in der Nähe des Rheinmain Gebietes ausladen durfte und dann einen etwas ungewöhnlichen Auftrag erhielt.

Ich musste mich bei einer Spedition in Frankfurt persönlich vorstellen und dort mit Reisepass erscheinen. Dieser wurde fotografiert und abgeheftet.

Am nächsten Morgen sollte ich mich in Frankfurt, ich denke es war Rödelheim, bei der Bundesbank einfinden. Dort pünktlich angekommen durfte ich mit meinem Frigoauflieger rückwärts in eine Art Tiefebene fahren, welche dann hermetisch abgeschlossen wurde.

Zu meinem Erstaunen befand sich dort ein riesiger Tresor.

Aus diese Tresor wurde mein Auflieger beladen.

Die Ladung bestand aus 672 Barren 999. reines Silber und war auf Paletten verteilt. Gewicht ca. 20 Tonnen, Ladehöhe wenige Zentimeter. Lediglich am Ende waren zwei Paletten übereinander.

Ziel der Ladung war, die Münzprägeanstalt in Wien.

Niemals in meinem Leben zuvor hatte ich solch eine Ladung geladen.

Das Laden selbst ging relativ flott. Die Papiere bekam ich auch recht bald und zu meiner und der Ladung Sicherheit wurde mir ein studentischer Beifahrer zugeteilt, der somit eine Freifahrt nach Wien bekam.

Ladungssicherheit? Null, Null. Keine Plombe nichts. So unauffällig wie nur eben möglich. Ich selbst hängt ein Vorhängeschloss an die Frigotür. Nun ja es wusste ja niemand was drin war.

Die Fahrt von Frankfurt nach Wien ist ja nichts besonders und wäre damals nicht die Grenzen gewesen, hätte man das in einem Tag locker bewerkstelligen können.

Doch wir kennen die A3, ab dem Weiswurschtäquator, bei Aschaffenburg, Richtung Würzburg wurde es meist immer etwas zäh. In Geiselwind war dann erst einmal Mittagessen angesagt, wobei der Student im LKW sitzen bleiben durfte. Dann ging es weiter Richtung Nürnberg – München – Salzburg.

Walser Berg Salzburg war der übliche Einfahrststau, bei dem man etwas Geduld mitbringen musste.

Am Zollgebäude angekommen nahm ich meine Papiere und ging in das österreichische Zollbüro und suchte nach einem bekannte Gesicht. Ich fand jemanden und bat ihn bitte keine Aufheben zu machen. Er schaute auf die Papiere, schluckte, sagte er will das sehen und wir gingen raus zum LKW wo ich dann mal eben die Tür aufschloss, Licht anmachte und ihn einen Blick hineinwerfen lies.

Niemals zuvor war ich so schnell durch diese Zollabfertigung gekommen. Der Weg nach Wien war frei.

Den letzten Rest von Salzburg nach Wien, den haben wir immer auf der linke Pobacke runtergerutscht. 1989, da war Österreich noch Efta. Ich hatte ein Luxemburger Kennzeichen, Tempobegrenzer waren Fehlanzeige.  Also Feuer frei. Knollen für zu schnelles fahren wurden nicht weiter verfolgt. Reisegeschwindigkeit 110 km/h und mehr. Somit ist man in gut 2 Stunden in Wien.

Parkplatz im 2. Bezirk in der Firma, dann gut geschlafen und am nächsten Morgen ab zur Münze in Wien wo man mir den LKW erleichterte.

Der Student durfte auch wieder abrücken und hat sich eine Eisenbahnfahrt zurück nach Frankfurt verdient.

Weil alles so gut geklappt hatte, bekam ich in Wien einen neuen Auflieger, beladen mit Leergut von der Deutschen Ferrero. Es waren Plastikbehälter für die Piemont Kirsche von Ferrero Mon Cherie welche aus der Türkei stammen. Also durfte ich damit dann nach Istanbul fahren, was wieder ein besonderes Erlebnis darstellte.

Licht und Liebe aus Uruguay

Peter

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