Mein erster Urlaub.

Alleine, ohne die Eltern!

Weißenbach am Attersee.

Halli Hallo aus Uruguay,

Oh ja im Sommer 1971 war es dann soweit, ich war 15 Jahre alt. Also noch sehr jung, naiv und voller Tatendrang.

Im Job hatte mich, die Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter, GDBA, als Mitglied geworben und somit konnte ich mir aus deren Urlaubsangebot etwas auswählen.

14 Tage Österreich, Weißenbach am Attersee, war damals meine Wahl.

Dort gibt es auch heute noch unweit vom Strand das Europa Camp. 14 Tage Vollpension fürn Appel und nen Ei. Die Bahnfahrt selbst hat mich ja nichts gekostet. Dafür hatten wir als Eisenbahner ja ein Kontingent an Freifahrten zur Verfügung.

Doch ja dieses Weißenbach war ganz nett. Der Attersee einer der saubersten Seen welche ich jemals gesehen habe. Kaum Schifffahrt damals, ich weiß nicht wie es heute ist. Dort war unweit des Camps ein Strandbad in dem wir natürlich fast täglich zu finden waren. Die Bilder auf der Webseite zeigen, dass sich da kaum was verändert hat. 🙂

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Das Strandbad ist wie in meiner Erinnerung.

Wie das bei jungen Leuten so ist, fand man so seine Gruppe mit der man zusammen abhing und allerlei Blödsinn veranstaltete. Normal oder?

Tja 15, ein heißes Alter würde ich sagen.

Für Vieles noch zu unreif doch für Manches schon reif genug und so machte ich dort meine ersten Erfahrungen.

Verdammt ja, es gab da natürlich auch Mädels, alle im gleichen Alter wie wir. Manche noch Backfisch, Andere schon mehr ein Luder. Ich denke heute ist das auch nicht viel anders.

Ja und da war dann Dagmar, ich werde es wohl nie vergessen, sie kam aus Hameln, das ist die Rattenfängerstadt. Wie den Ratten hat sie uns „Männern“ dann auch die Köpfe verdreht. Ich war nicht der Einzige der hinter ihr her war. Doch leider war ich noch zu unerfahren diesbezüglich und hatte somit das Nachsehen.

Mein erster Liebeskummer.

Was macht Mann wenn er Liebeskummer hat?

Er besäuft sich, so zeigte man uns das zumindest immer im Fernsehn. Nun gut es gab da einen Laden in dem man so allerlei kaufen konnte. Unter Anderem auch Strohrum und einen Sliwowitz, also ein Pflaumenschnaps für die Pflaume welche nicht an die Pflaume kam. Passt schon oder?

Nun so einen Pflaumenschnaps habe ich mir dann zugelegt und mich zu ersten Mal in meinem Leben so richtig voll gesoffen. Und das alles wegen einer dummen Pflaume, an die ich nicht ran kam und bei der ich eh nicht gewusst hätte was ich machen soll. Ich war ja noch unschuldig zu dieser Zeit.

Nie mehr wieder!

Ich weiß nicht mehr wie viel ich gesoffen habe, ich weiß nur noch, das ich so blau wie ein Enzian war. So sagt man doch oder?

Na ich habe es überlebt, wobei ich am nächsten Tag als ich aus dem Bett krabbelte, frag mich bitte niemand wie ich da rein kam, ein fürchterliches Kopfaua hatte. Verdient würde ich heute sagen.

Die Dagmar reiste dann ein oder zwei Tage später ab, wir tauschten die Adressen mit dem Vorsatz sich gegenseitig zu schreiben, doch irgendwie haben wir wohl Beide dann den Zettel verlegt.

Es gab dann noch ein paar ruhige Tage in Weißenbach am Attersee wobei wir dort auch an den gleichnamigen Weißenbach gingen um dort eine Mutprobe zu veranstalten.

Der Weißenbach ist ein Bach der mitten aus den Bergen kommt. Somit bringt er klares aber auch eiskaltes Wasser in den Attersee. Die Temperatur diese Baches war so ungefähr im Bereich vom dem einen Zentimeter Unterschied zwischen König und Königin. Also Arschkalt und die Beule in der Hose war keine mehr, für die welche den Spruch nicht verstehen.

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Nach dem baden im Weißenbach! Jo wo isser denn hin?

Nun gut, nachdem Dagmar nicht mehr da war, komisch, dass ich mich heute fast 50 Jahre später immer noch an den Namen erinnere, plätscherten die letzten Tage des Urlaubs ruhig dahin. Alkohol habe ich keinen mehr angeschaut und Sliwowitz trinke ich seit dem auch nicht mehr wieder.

Die Heimreise verlief ohne Komplikationen und der Alltagstrott hatte mich dann auch bald wieder. Mittlerweile war ich damals dann zum Bahnhof Nierstein gewechselt, der auch unter der Verwaltung von Oppenheim stand.

Dort lernte ich dann das kehren des Bahnhofsvorplatzes, wie viel Koks und Kohle doch so in einen Vorratskeller passt, das rangieren mit einer kleinen Köf Lokomotive, sowie das an und abkuppeln der Waggons, sowie das Zusammenstellen von kleinen Güterzügen.

Klein praktisch und bärenstark, die Köf.

Auch dem Fahrdienstleiter, das ist der welcher die Weichen stellt und für eine reibungslose Durchfahrt des Zuges durch den Bahnhof sorgt, durfte ich über die Schulter schauen und ab und an auch mal ein Signal auf freie Fahrt stellen.

In Nierstein gab es natürlich auch wieder einen guten Metzger bei dem ich dann meist für Alle das Frühstück holte. Verhungern musste ich also dort auch nicht.

Besonderes Highlight war dann wenn ich nach Feierabend heimfahren durfte. Als Kollege nahm man mich des öfteren vorne in der Lokomotive mit. So lernte ich die Bahn auch mal von dieser Seite her kennen.

Irgendwie hat es schon Spaß gemacht.

Doch Oppenheim und Nierstein sind ja nicht Alles.

Auch andere Bahnhöfe sollte ich kennen lernen.

Davon mehr im nächsten Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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