Im Schneechaos stecken geblieben.

So ähnlich war es, nichts ging mehr.

Da hatte ich doch glatt die Strasse verpasst.

Hallo aus Uruguay,

wie so oft ging es wieder nach Italien. Frankreich, Mont-Blanc – Mailand. Die Strecke habe ich ja schon einmal erklärt.

Doch dieses Mal ging alles schief.

Es schneite wie es nur schneien konnte. Der französische Jura ist bekannt dafür. Die Strecke hatte ich ja nun schon ein paar Mal gefahren, dennoch, im Schnee sieht eben alles anders aus und wenn dann noch die Schilder zugeschneit sind kann es eben passieren, dass man sich verfährt. Und genau das ist mir passiert.

Ich verpasste eine Abfahrt und fuhr einfach die Strasse weiter auf der ich mich befand. Ein halbwegs offenes Schild wies mir den Weg nach Genf. Da wollte ich zwar nicht hin aber die Richtung an sich war nicht ganz so falsch.

Doch irgendwann ging es einen Berg hoch, es wurde im steiler und enger und der Schnee unter meine Rädern höher. Es kam wie es kommen musste, die Räder an meiner Antriebsachse griffen nicht mehr und ich blieb stecken. Weit und breit kein Haus, doch halt, so ca. vor 2 Kilometern war doch ein Gehöft gewesen. Jacke an, Stiefel an, Mütze aufgesetzt und Handschuhe angezogen und so bin ich losgestiefelt. Mitten durch ein herrliche Schneelandschaft.

Am Haus dann angekommen musste ich erst einmal Lärm machen bis mich jemand hörte. Eine Frau machte mir auf, bat mich rein und fragte mich auf französisch was denn los sei.

Nun ja, französisch konnte ich perfekt, nur mit der Sprache haperte es ganz gewaltig. Also Hände und Füsse, Camion heißt LKW und Panne war auch irgendwie verständlich. Nach langem hin und her einigten wir uns auf „Remorquer un véhicule en panne.“ was soviel wie ein Fahrzeig abschleppen heißt. Zufällig war ihr Bruder der Besitzer eine Abschleppers der es auch mit einem LKW mit Anhänger auf nehmen konnte.

Sie rief ihn an und gab mir für die Wartezeit einen Café au lait zum trinken.

In einer französischen Tasse.

Es dauerte nicht sehr lange und ein Altertümlicher Abschlepper kam angefahren. Wir besprachen das Ganze und er versprach mir, mich aus der buchstäblich festgefahrenen Situation zu befreien.

Der Preis war 300,– Französische Franc! 3 Franc ca. 1 DM

Als erstes kuppelten wir den Anhänger ab und zogen auf der Zugmaschine Schneeketten auf. Er nahm dann den Anhänger fuhr einige Kilometer bergauf wo er bequem drehen konnte und kam dann wieder zurück. Ich hatte es dank der Ketten auch geschafft zu drehen. So zog er meinen Anhänger den Berg runter und ich folgte ihm mit der Zugmaschine hinab ins Tal, wo ich dann wieder meinen Anhänger übernahm und ihm seine Ketten zurück gab.

So ähnlich war das Ketten aufziehen.

Ich konnte wieder fahren.

Er erklärte mir den Weg Richtung Mont-Blanc und ich setze meine Fahrt fort.

Weit kam ich allerdings nicht.

In einer Ortsschaft ging es bergauf und schon wieder war Feierabend.

Es war mittlerweile Nachts, ein Weiterkommen unmöglich, ich stand am Berg fest und machte das Beste was ich machen konnte, ich legte mich zum schlafen nieder. Der Motor lief die ganze Nacht damit ich es warm hatte.

Gegen Morgen hörte ich dann einen LKW, es war ein Streufahrzeug welches die Strasse wieder befahrbar machte. Nach dem es passierte wartete ich noch etwas bis das Salz anfing zu wirken und sieh da ich konnte wieder weiter fahren.

Ein Streuwagen war meine Rettung.

Aber jetzt wurde es eng.

Ein Blick auf die Tankuhr sagte mir, verdammt ich brauch ne Tankstelle.

Da war aber keine weit und breit. So kam es wie es kommen musste, mir ging der Motor aus. Das ca. 5 km vor einer Tankstelle, wie ich später feststellte. Einen Ersatzkanister hatte ich natürlich nicht an Bord. Ein freundlicher Franzose mit einem Renault R4 nahm mich mit zur Tankstelle wo ich mir 2 Kanister mit jeweils 5 Litern Diesel kaufte. Der Franzose fuhr mich wieder zurück wo er mich aufgegabelt hatte und ich füllte die 10 Liter in den Tank.

Da ich so schlau war und den Motor gleich ausgehen ließ, weil ich ja wusste was los war, brauchte ich die Einspritzpumpe nicht zu entlüften. Der Motor sprang fast sofort wieder an und ich konnte zur Tankstelle fahren und so viel tanken, dass ich ohne Probleme über den Mont Blanc kam.

Der Rest der Fahrt verlief dann ohne weiter Komplikationen.

Das sind so die Situationen in denen man sich selbst beweisen muss. Man lernt daraus für die Zukunft. Das Verfahren war ein Anfängerfehler wobei ich aber garantiert nicht der Erste war dem dieses Malheur passierte.

Wer nun denkt, dass ich nicht noch einen drauf setzen kann, der irrt.

Im nächsten Artikel geht es um eine riesigen Umweg den ich fahren musste, weil mein Chef nicht ehrlich war.

Seit gespannt.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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