Einmal Ungarn und zurück!

Die geklaute Freundin!

Grenzübergang Passau Suben nach Österreich.

Hallo aus Uruguay,

es war dann soweit. Ich durfte meine erste internationale Fahrt machen.

Nicht mit einem LKW, nein ich denke es war ein Fiat Ducato oder zumindest etwas in dieser Größe. Ein Kastenwagen mit Ladenfläche und als Ladung eine Palette Farbe oder Verdünner, ich weiß es nicht mehr und eigentlich ist es auch egal.

Die Fahrt ging von Rüsselsheim nach Miskolc in Ungarn und wahr verdammt eilig. So eilig, das wir zu Zweit fahren sollten.

Mit Christine hatte ich zu diesem Zeitpunkt eine liebes Beziehung und als sie hörte, das ich nach Ungarn fahre fragte sie ob sie mitfahren darf. Ich fragte meinen Kollegen und der hatte auch nichts dagegen. Also nahmen wir sie mit.

In Deutschland selbst lief das alles sehr zufrieden stellend bis wir dann in Passau an die Grenze nach Österreich kamen und natürlich, so war das damals noch üblich, kontrolliert wurden. Nicht nur die Ladung nein auch wir Personen mussten uns ausweisen. So kam es, das meine Christine ihren Pass vorzeigte und der Beamte sie aufforderte mitzukommen. Sie wurde mir an der Grenze geraubt. Man hat sie einfach verhaftet.

Einen Grund gab man uns nicht an, wir mussten es als gegeben hin nehmen.

Erst als wir wieder zurück waren, erfuhr ich warum sie mir geklaut wurde. Sie hatte noch ein Bußgeld von 50,–DM offen von dem sie angeblich selbst nichts mehr wusste.

Egal sie war nach 3 Tagen wieder da.

Die Fahrt nach Ungarn verlief ohne große Komplikationen, lediglich die Grenzkontrollen, ganz besonders die nach Ungarn waren zeitaufwendig. Ungarn war damals noch nicht so liberal wie es heute ist und gehörte dem Wahrschauer Pakt an, also dem Gegenstück zur Nato. Es war noch kalter Krieg und wir Deutsche natürlich politisch der Klassenfeind.

Ungarn selbst erwies sich zur damaligen Zeit als ein sozialistisches Land, landschaftlich verdammt schön, verkehrstechnisch nicht ausgebaut und somit trafen sich Gegensätze auf den Strassen.

  • Pferdefuhrwerk gegen Trabbi
  • Trabbi gegen W50
  • W50 gegen L60
  • L60 gegen Skoda
  • Skoda gegen Deutsches Auto und LKW

Wie gesagt es waren Welten im Unterschied West gegen Ost und das blieb auch noch so bis ca. 1990.

Wenn ich mich recht erinnere war das ein Wochenende an dem wir nach Ungarn fuhren und wir kamen am Sonntag in Miskolc an. Trotzdem, das wäre in einem westlichen Land unmöglich gewesen, wurden wir ausgeladen und konnten unsere Rückreise antreten.

Landschaftlich wunderschön an den Ostausläufern des Bükk-Gebirges gelegen.

Auf dieser passierte dann im Burgenländischen Österreich ein kleines Malheur.

Damals war die Strasse von Hegyeshalom der Grenzstadt von Ungarn nach Wien nur eine normale Landstraße durch eine wunderbare Landschaft. Von weitem sahen wir 3 Rehe in Richtung Strasse galoppieren. Es kam wie es kommen musste, Eines lief vor uns über die Straße, Eines hinter uns und Eines dachte es müsse uns in die Seite laufen und machte Bums.

Es blieb verletzt liegen, wir mussten die Polizei rufen, diese einen Förster der dann das Tier mit einem Schuss in den Schädel von seinen Verletzungen erlöste. Wer dann den Rehbraten essen durfte wurde uns leider nicht mitgeteilt.

Wir bekamen unseren Nachweis für die Versicherung und konnten somit weiter fahren um dann gegen Abend wieder in Rüsselsheim anzukommen.

Das war meine erste internationale Fernfahrt.

Etwas anders als gedacht, aber egal, es sollte nicht meine Letzte bleiben.

Als nächstes durfte ich dann zu ersten Mal nach Spanien mitfahren.

Davon dann im nächsten Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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2 Replies to “Einmal Ungarn und zurück!”

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