Ein schwunghafter Handel

Gibst Du mir, so geb ich Dir!

Hallo aus Uruguay,

der Wechsel vom Bezirksfernverkehr beim Frankenbach in den nationalen Fernverkehr bei der Rhenania war eigentlich nicht schwer. Lediglich meine Strecken, welche ich zu fahren hatte, wurden länger. Statt Hanau hieß das Ziel dann Hamburg oder München usw. Deutschland wurde zu meinem Wohnzimmer, die Autobahnen zu meinem zu Hause und die Frau lag daheim mit offener Wunde alleine im Bett. 🙁

Ich transportierte alles Mögliche doch meist immer wieder das Gleiche.

Angefangen hat es mit Hakle Toiletten Papier aus Mainz welches ich nach Norddeutschland bringen musste.

Hakle Toilettenpapier aus Meenz

Bei Hakle angekommen ging es ans Laden. Beim Laden kam der Staplerfahrer zu mir und fragte mich ob ich ein Paket extra haben wolle. Der Preis war 5,–DM (Deutsche Mark) und dafür bekam ich ein großes Paket mit 36 Rollen 3 lagigem Klopapier welches zu meinem Startkapital wurde.

Nach dem Abladen in Norddeutschland fuhr ich nach Hilter in eine Margarinefabrik, ich denke nicht nur, es war Walter Rau und die haben die Deli Reform Margarine hergestellt. Dort sollte ich 22 Tonnen Margarine laden was ich auch tat. Der dortige Staplerfahrer fragt mich direkt ob ich Toilettenpapier habe und so merkte ich wie der Hase läuft. Natürlich tauschte ich das Toilettenpapier gegen 2 Karton Margarine ein.

Deli Reform Margarine war keine schlechte Ladung.

Nachdem ich die Margarine zu ihrem Bestimmungsort gebracht hatte, sollte ich in Mannheim Mehl für Stuttgart laden was ich auch tat. Dort tauschte ich dann einen Karton Margarine gegen 12 Kilo Mehl ein. Der 2. Karton Margarine ging dann wieder für Klopapier drauf allerdings gabs dann dafür 2 Pakete mit 36 Rollen.

So fiel bei jedem Laden und abladen etwas anderes in meine Finger womit man einen Tauschhandel betreiben konnte. Vielleicht war es nicht ganz legal aber bitte wen interessierte das schon? So konnte man sich die Finanzen etwas aufbessern. Ich denke ich muss nicht extra erwähnen, dass wir zu Hause keinen Mangel mehr an den Dingen hatten welche ich transportieren durfte und das war recht viel.

Es wurde so viel, dass ich das Zeuch auch unter der Hand verkaufen konnte und oft gefragt wurde ob ich nicht etwas habe.

Es bestand also Bedarf und ich war garantiert nicht der Einzige der so gehandelt hat.

Das war die interessante Seite vom Fernverkehr. Doch es gab auch Situationen die nicht so gut waren. Zum Beispiel der finanzielle Druck unter dem die Speditionen schon damals zu leiden hatten. Dies führte dazu, das an allen Ecken gespart wurde. Selbst an Ecken der Sicherheit.

Wie sich dieses auswirkte erzähle ich dann im nächsten Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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