Der erste Unfall mit einem LKW.

Und dann noch einmal Glück gehabt.

Hallo aus Uruguay,

dieses 1979 fing ja schon verdammt frostig an. Die Überfahrt über den Odenwald in diesem Rekordwinter bleibt für immer unvergessen.

Doch auf den Winter nimmt die Arbeit keine Rücksicht.

Also fuhr ich mit meinem Krupp weiterhin Container zu den Amis in die Kasernen und Lager.

Eine Morgens ging es nach Frankfurt Niederrad. Es war dichtes Schneetreiben und auch selbst die Autobahn war durchgängig weiß, was im Rhein Main Gebiet schon etwas heißen will.

Ich stellte meinen Auflieger mit samt Container in Ami Lager ab und musste mit der 3 achsigen Zugmaschine alleine wieder nach Mainz zurück fahren.

Jetzt machte sich meine Unerfahrenheit bemerkbar.

Damals war ich diesbezüglich eben noch ein Greenhorn und vergaß, dass ich kein Gewicht mehr auf der Antriebsachse hatte. So fuhr ich auf die A 66 Richtung Wiesbaden auf welche durch das Schneetreiben glücklicher Weise nur sehr dünn befahren war. Ich weiß nicht, aber ich denke ich war ein wenig zu forsch, jedenfalls verlor mein Kruppchen die Spur und ich drehte mich mit der Zugmaschine einmal um die eigene Achse ohne das ich irgendetwas berührte oder schädigte. Lediglich mein Herz sackte bis in den Keller und als ich wieder Luft geholt hatte fuhr ich natürlich etwas langsamer zu meinem Ziel weiter.
Wieder was gelernt!

Doch den ersten Unfall mit einem LKW machte ich trotzdem noch in diesem Jahr.

Allerdings hatte ich da schon einen anderen LKW.

Die Krupps wurde ausgemustert und ich durfte dann einen anderen, schon abgelegten, Schuh fahren. Ich war ja immer noch ein Neuling, ergo bekam ich natürlich nur LKWs dauerhaft zu fahren welche von anderen schon abgelegt waren. Es waren die Könige der Fa. die immer die neusten Zugmaschinen und LKWs fahren durften, das Fußvolk wie ich durfte dann dran wenn diese wieder was Neues erhielten.

So Ähnlich sah die Folterkammer aus.

So bekam ich eine Deutsche Folterkammer von Mercedes.

Es war ein 16.32 mit ca. 320 Pferdchen unter der Haube, ne Klappe, Haubenwagen gab es da schon lange nicht mehr.

Doch egal, dieser Mercedes war gegenüber dem Krupp schon eine gewaltige Neuerung. Nicht unbedingt schneller aber um einiges stärker.

Der langsamste war ich noch niemals und so kam es, das ich eines Tages auf der Mainzer Rheinallee unterwegs war, wo ich von dort aus in den Kaiser-Karl-Ring einbiegen wollte. Natürlich ist das eine Ampelkreuzung.

Ich fuhr also an die Kreuzung und vor mit war ein dicker Mercedes SEL ich denke es war ein 280iger was aber auch wieder unwichtig ist.

Die Ampel war schon etwas länger grün und ich musste mit der Gelbphase rechnen. Allerdings war da noch etwas Zeit für. Der Mercedes wollte auch abbiegen. Die Ampel sprang um, es hätte für mich mit meinem Sattelzug noch zum abbiegen gereicht, doch ich machte die Rechnung ohne den Cermedesfahrer. Dieser machte beim umspringen auf Gelb quasi eine Vollbremsung mit der ich, obwohl ich schnell reagierte, nicht gerechnet hatte. Ich machte also auch eine Vollbremsung der Auflieger quietschte und schepperte, doch die Distanz zum Mercedes verringerte sich zusehend. Es war mir klar, dass es nicht mehr reichte. So faltete ich dann den Kofferraum des SEL wie eine Zieharmonika zusammen. Mehr nicht. Der Fahrer des Mercedes quälte sich dann aus seinem Wagen, ihm war nichts passiert, er konnte lediglich kaum laufen da er einen Klumpfuß hatte.

Mercedes 280 SEL w 116

Na ja außer einem Sachschaden am SEL war nichts passiert. Am LKW selbst sah man übrigens nichts.

Den Schaden hat die Versicherung geregelt und den Knollen von 20,–DM habe ich unter Lehrgeld verbucht.

Unterschätze niemals das Gewicht welches du geladen hast.

Ein LKW ist eben kein PKW und das war ein typischer Anfängerfehler aus dem ich wieder gelernt hatte. So etwas ist mir übrigens mit einem LKW niemals wieder passiert. Dafür gab es dann noch andere Möglichkeiten bei denen es zu Feindberührungen kam wobei ich zumeist sogar gänzlich unschuldig war.

Mein Chef war natürlich nicht sehr begeistert aber er hat es als passiert verbucht, zu ändern war es eh nicht mehr.

So schnell kann es gehen, man wird mit der Zeit immer sicherer und dann auch übermütig und das sind dann die Momente wo die Gefahr, dass es knallt eben steigt. Und genau das lernt man eben erst mit der Zeit und Manche, so möchte man meinen, eben niemals.

Natürlich gab es auch das Eine oder Andere Kuriose für mich. Darüber berichte ich dann im nächste Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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