Der Ernst des Lebens!

1970 war es soweit.

Hallo aus Uruguay,

ja sehr früh, im Alter von nur 14 Jahren, fing für mich der Ernst des Lebens an. Wir hatten durch eine Umstellung des Schulanfangs 2 Kurzschuljahre wo uns quasi 1 Jahr geklaut wurde. Trotzdem mussten wir den gleichen Stoff lernen wie alle Anderen auch.

So kam es, das ich so früh meinen Abschluss in der Hauptschule gemacht habe und mich nach einer etwas längeren Pause dann zu einer Lehrstelle begeben musste.

Lehrstelle?

Nun die Frage nach dem was ich werden wollte, war nicht so einfach zu lösen. Persönlich tendierte ich dahin Elektriker zu lernen, mein alter Herr allerdings war da anderer Meinung und er wollte nachdem ich ja kein Abitur machen wollte und somit sein Wunschtraum, dass ich einmal als Arzt fungieren könnte, in Rauch aufging, mich dann im Staatsdienst unterbringen. Also habe ich mich bei der Deutschen Bundesbahn beworben und die haben mich doch glatt genommen.

Ich wurde also im Herbst ein Eisenbahner.

Damals fuhren noch solche Züge am Rhein entlang.

Mein Dienstherr war die Direktion Mainz und die steckten mich nach Oppenheim in den Bahnhof wo ich den nichttechnischen Dienst erlernen sollte.

Nichttechnischer Dienst?

Oh ja, Gepäck, Expressgut, Stückgut, Fahrkarten, Rangieren, Schrankenwärter und vor allem als junger Stift das Mädchen für Alles was die Älteren nicht machen wollten. Das war vor allem kehren und auch schon mal Gartenarbeiten und Kohle schippen.

Dazu musste ich dann jeden Morgen von Mainz mit dem Zug nach Oppenheim fahren.

Dies war die Zeit wo die Dummheiten anfingen.

Man traf sich jeden Morgen mit Kollegen im Zug, man saß im gleichen Abteil und die Kollegen waren wohl schon etwas weiter und rauchten. So kam es wie es kommen musste, man bot mir Eine an, nach anfänglichen Zögern nahm ich auch mal Eine und fing so mit dem rauchen an. 27 Jahre meines Lebens gab ich ab diesem Zeitpunkt Geld für Lungentorpedos aus bevor ich es dann schaffte damit aufzuhören.

Ja und weil man ja auch gebildet sein wollte, groß und erwachsen, kaufte man sich ab diesem Zeitpunkt jeden Morgen eine Bild, die damals noch den Namen Zeitung trug.

Die aber schönste Zeit damals waren die Pausen.

In den Pausen holte man sich vom Metzger frische Brötchen, schön belegt mit Schweinemett oder gar Tartar und Zwiebeln oder der Metzger machte Bauchfleisch und Frikadellen. Die Auswahl war riesig und alles sehr lecker.

So plätscherte das erste Jahr meiner Ausbildung so ganz langsam dahin.

Die Gewerkschaft kam und warb uns als Mitglieder. Das hatte dann auch so seine Vorteile. Denn von der Gewerkschaft aus konnten wir Jugendliche recht günstig in Urlaub fahren. Ja und der erste Urlaub der kam dann im nächsten Jahr.

Von den Dummheiten welche ich da machte erzähle ich dann beim nächsten Mal.

Und wer sich nun fragt, warum ich das hier so offen und ehrlich schreibe, der möge bitte die Einleitung vom Blog lesen.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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2 Replies to “Der Ernst des Lebens!”

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