Bahnhofswechsel

Und ich bekam eine Kollegin.

nieder olm Bahnhof
Der Bahnhof Nieder Olm

Hallo aus Uruguay,

1972 musste ich oder durfte ich in einen anderen Bahnhof wechseln.

Statt Oppenheim und Nierstein ging es ab sofort nach Nieder Olm und Saulheim. Beides waren zur damaligen Zeit eigenständige Bahnhöfe an der Strecke von Mainz nach Alzey.

Meine Tätigkeiten dort waren nicht viel anders als in Oppenheim und Nierstein. Zu aller erst dufte ich das machen, was Andere nicht gerne machen wollten. Dafür waren wir Azubis ja nun mal da.

saulheim
Der Bahnhof Saulheim an dem sich nicht viel verändert hat.

Klasse wurde es für mich, weil ich dort erstmal eine Kollegin bekam. Ein junges Mädelchen im passenden Alter. Nun ja mit 16 interessierte man sich für Mädels mehr als für den Job, wenn dann Beides zusammen kam um so besser.

Es blieb also nicht aus, dass man sich auch privat traf.

Meist fuhren wir vornehmlich an den Knochenenden, an denen wir Beide frei hatten, mit Fahrrädern durch die Gegend. Das Rheinufer hatte es uns angetan und wir fanden schließlich dort auch einen einsamen Platz, wo nicht jeder hin kam. Na wie das so ist in diesem Alter, machte Bubi da so seine ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, nur zum Mann wurde er noch nicht. Das dauerte noch ein paar Jahre bis es denn soweit war.

Rheinufer
Zwischen den Sträuchern fand sich immer ein ruhiges Plätzen zum nackten Sonnenbaden.

Das Highlight für mich war damals allerdings die Tatsache, dass sich meine Berufsbezeichnung ändern sollte. Ich fing als Jungwerker an, dieser wurde abgeschafft und meine Ausbildung angehoben und in Betriebsaufseher unbenannt.

Dazu wurde ein neues Beamtenverhältnis geschaffen. Der Beamte auf Widerruf, ein Vorstufe zum Beamten auf Probe, der wieder solange galt, bis man zum Beamten auf Lebenszeit ernannt wurde.

Somit wurde ich im zarten Alter von 16 Jahren zum Beamten auf Widerruf ernannt und war damit wohl einer der jüngsten Beamten Deutschlands.

Oh Mann was war ich so stolz damals. Meine Eltern denke ich noch mehr.

Meine Ausbildung verlief dann bis 1973 ohne größere Problem und ich machte dann meinen Abschluss. Nach diesem wurde ich dann wieder versetzt. Dieses Mal nach Mainz in den Hauptbahnhof. Dort setzte man mich als Schaffner im Zug ein. Ich bekam eine Uniform mit Schildmütze, eine schwere Tasche in der alles was der Schaffner so braucht enthalten war und durfte ab sofort nach einem Dienstplan diverse Strecken bereisen.

Schafneruniform
Was meint Ihr wie stolz ich damals war so rum zu laufen.
Foto

Die weiteste war wohl die bis nach München und die interessanteste mit dem ICE von Frankfurt nach Köln. Damals war ich der jüngste Schaffner in einem ICE.

Jo es war schon interessant und entsprach auch meinem Gemüt, denn wie sich erst später herausstellte war ich schon immer Jemand den man als Wandervogel bezeichnen konnte.
Je weiter desto besser.

Nun das ging dann bis Ende 1974 so. Zwischendurch zog ich von zu Hause aus und nahm mir meine erste Wohnung. Kaufe mir ein Mofa von Puch und wurde immer mehr pflüge. Auch kam die Musterung für die Bundeswehr wo man mich als tauglich einstufte.

In diesem Häuserblock, unterm Dach, hatte ich meine erste Wohnung.
2 Zimmer mit Toilette und Ölheizung für monatlich 77,–DM

Zum 2.1.1975 durfte ich für 15 Monate bei selbiger einrücken.

Wenn ich vorher gewusst hätte, was mich da erwartete, ich hätte verweigert. Leider habe ich das nicht.

Doch davon erzähle ich dann beim nächsten Mal.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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